Weingut Robert Weil ~ Oktoberwetter bescherte tadelloses Lesegut

Trotz geringer Ernteerträge bei der Weinlese 2010 überzeugt die Qualität der Weine

Der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber, musste sich in letzter Zeit wohl häufiger den Fragen der „Besserwisser“ stellen, wenn es um die Qualität der Weine des Jahrgangs 2010 ging. Er selbst beanstandet, die voreingenomme Haltung vieler Kritiker, die bereits im Vorfeld der Weinlese die Ernte schlecht redeten. Doch entgegen der mehrfachen Meinung lässt sich schon jetzt sagen: Die Qualität der Weine wird am Ende gut bis sehr gut ausfallen, trotz des geringen Leseertrages.

2010 werden im Vergleich zum Normaljahr etwa 30 Prozent oder 300 Millionen Liter Wein weniger produziert. Dadurch sind Preissteigerungen nicht auszuschließen, jedoch wohl kaum in Höhe des Ernteausfalls.

Verrieselungsschäden, Hagel, allein in der Pfalz waren 6.000 Hektar betroffen sowie die extreme Nässe im August diesen Jahres machten eine großflächige Selektion am Weinstock unumgänglich. Als Folge dessen werden die Weine des 2010er Jahrgangs spürbar höhere Säurewerte aufweisen. 10 und mehr Promille gegenüber normalen Most sind dabei keine Seltenheit. Bei Lagerung im Keller jedoch werden die Säurewerte der Weine geringer ausfallen.

Selbst die Mitglieder des VDP stellen sich den Befürchtungen der Qualitätseinbußen bei Weinen. Einschränkungen sind allenfalls im Bereich der Brot und Butter-Weine zu erwarten, die vermehrt durch die LEH sowie die Discounter vertrieben werden.

Im Rheingau beim Weingut Robert Weil ist man optimistisch gestimmt: „Das grandiose Oktoberwetter bescherte uns eine sensationelle Reifeentwicklung mit absoluter Vollausreifung, guten Mostgewichten bei gesundem Lesegut und herzhaften Säuren, die sich durch den Weinsteinausfall selbst einstellen werden.“

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